25.06.2017
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Menschen verachtende Abschiebung sofort stoppen!

Ein Terroranschlag in Kabul mit fast 100 Toten und mehreren hundert Verletzten – kein Grund, über die Einstufung von Afghanistan als sicheres Land nachzudenken? Schüler werden aus ihren Schulklassen herausgerissen, Auszubildende den Betrieben entrissen, die schon so viel für die Integration geleistet haben, gerade in Bayern. Der Protest von Mitschüler*innen wird ignoriert, Zivilcourage wird mit Gewalt begegnet – nur um die Menschen verachtende Abschiebepolitik weiterhin durchzusetzen.

Das oberste Gremium des Bayerischer Jugendring hat sich im März positioniert:
„In der bayerischen Jugendarbeit haben wir viel und intensiven Kontakt zu geflüchteten Menschen auch aus Afghanistan. Aus Kontakten wurden Beziehungen – aus Fremden Freunde! Daher wissen wir auch um die berechtigten Ängste und Sorgen, welche die angekündigten und zum Teil bereits umgesetzten (Sammel-)Abschiebungen mit sich bringen: Daher fordern wir, die Delegierten des 150. Hauptausschusses des Bayerischen Jugendrings, die sofortige Aussetzung der Abschie-bungen nach Afghanistan!“

Angesichts der sich immer weiter verschlechternden Lebensbedingungen im Kriegsland Afghanistan ist es unmenschlich und auch unchristlich, Mitmenschen nach Afghanistan abzuschieben.

Carsten Reichert, Vorsitzender des Bezirksjugendring Unterfranken, findet hierfür deutliche Worte: „Wir setzen uns mit unserer Arbeit, insbesondere als Projektregion Unterfranken im Aktionsprogramm Flüchtlinge werden Freunde, für die Integration von Geflüchteten in die bayerische Jugendarbeit und in unsere Gesellschaft ein. Mittlerweile müsste es doch hinlänglich bekannt sein, dass wir aus gesamtgesellschaftlicher und volkwirtschaftlicher Sicht auf gut ausgebildete Migrant*innen angewiesen sind. Es ist mir nicht begreiflich, wie man auf dem Rücken der vornehmlich jungen Generation aus politischem Kalkül Kapital schlagen kann.“

Viele Jugendverbände und –organisationen leisten wertvolle Arbeit, ermöglichen es den jungen Menschen, sich ein neues Leben aufzubauen. Und nun werden sie aus Schule, Lehrstelle, Arbeitsplatz mit Gewalt herausgerissen und in ein Kriegsland geflogen, obwohl sie sich auf dem besten Wege befinden, sich hier bei uns ein neues Leben aufzubauen.

Das verstehen wir nicht, die bayerische Jugendarbeit nicht – und auch Schüler*innen machen gegen dieses unmenschliche Handeln mobil. Diese Zivilcourage verdient unsere Hochachtung.

Wir fordern Bundesregierung und bayerische Staatsregierung auf, die Abschiebungen sofort stoppen!

Wie viel besser wären doch die enormen finanziellen Mittel, die für solche Abschiebflüge aufgewendet werden, in die (Jugend)Arbeit mit jungen Geflüchteten investiert.

Hier ein paar erfolgreiche Beispiele der Jugendarbeit in Unterfranken in unserer best-practice-Broschüre „Flüchtlinge sind Freunde!“:
http://www.jugend-unterfranken.de/fluechtlinge-sind-freunde…

https://www.bjr.de/service/beschluesse/details/stoppt-die-abschiebungen-nach-afghanistan-1658.html

http://www.fluechtlinge-werden-freunde.de/