Mädchen mit Migrationsbiografien in die Jugendarbeit!

ONLINE-Fachaustausch

Dienstag 07.07.2020 von 10:00Uhr bis 12:30Uhr

Ansprechpartner: Götz Kolle, Mobil: 0176 – 672 489 88, goetz.kolle@jugend-unterfranken.de

Videointerviews

mit Amine, Dilem, Eda, Elis, Marlike, Sibel und Ümmü

 

Inhalt

Get the power!

Mädchen und junge Frauen die transnational aufwachsen, oft in mehreren Heimaten zuhause sind, die täglich verschiedene Sprachen jonglieren, gekonnt über diverse Grenzen wandeln und dabei kulturelle Welten durchschreiten, sind eine große Bereicherung für jede Jugendgruppe.

Unser Online-Fachaustausch möchte dazu beitragen, dass die Jugendarbeit stärker von diesen außergewöhnlichen Weltensammlerinnen profitieren kann; von ihren transkulturellen Kompetenzen genauso, wie von ihren multiplen Sprachfähigkeiten.

Auf der anderen Seite sollen Mädchen und junge Frauen mit Migrationsbiografien die Möglichkeit erhalten, stärker als bisher von den Angeboten und Möglichkeiten der Jugendarbeit zu profitieren.

Folgende Inhalte werden eine Rolle spielen:

  • Warum fehlen Mädchen mit Migrationsbiografien in Einrichtungen und Angeboten der JA?
  • Welche Angebote und Rahmenbedingungen brauchen Mädchen und junge Frauen mit Migrationsbiografien?
  • Wie können Mädchen und junge Frauen mit Migrationsbiografien angesprochen werden?
  • Erfahrungsaustausch zu Angeboten für Mädchen mit Migrationsbiografien: Was funktioniert – was funktioniert nicht?
  • Arbeit mit Mädchen und jungen Frauen mit Fluchterfahrung
  • Wie kann die Offene Kinder und Jugendarbeit (OKJA) für Mädchen mit Migrationsbiografien attraktiver werden?

Der ONLINE-FACHAUSTAUSCH bietet die Möglichkeit gemachte Erfahrungen mit anderen Fachkräften zu diskutieren und viele neue Impulse für die eigene Arbeit mitzunehmen.

Programm 07.07.2020

10:00Uhr Begrüßung + Einstieg
Mädchen mit Migrationsbiografien – eine besondere Zielgruppe?
10:30Uhr Videoschnipsel – Tipps und Erfahrungen von jungen Frauen & Fachkräften
Kurzinterview mit Tamara Ehmann zu Mädchenangeboten
11.00Uhr Pause
11:15Uhr Austauschrunden/Workshops
1.   Mädchen in der Offenen Kinder und Jugendarbeit

2.   Mädchen und junge Frauen in Vereinen und Verbänden

3.   Angebote für geflüchtete Mädchen und junge Frauen

4.   Empowerment in der Jugendarbeit

12:00Uhr Kurzberichte aus den Workshops
12:15Uhr Ausblick: Vorstellung der Handreichung und Abschluss

Workshops

1.   Mädchen in der Offenen Kinder und Jugendarbeit

Am stärksten präsent sind Kinder und Jugendliche mit Migrationsbiografien in der offenen Arbeit. Es sind allerdings überwiegend Jungen, die teilnehmen. Mädchen sind als Besucherinnen in fast allen Freizeiteinrichtungen die Ausnahme bzw. ab dem zwölften Lebensjahr in der Regel schlicht nicht mehr anzutreffen. Zwar gibt es Versuche mit einem speziellen Mädchenangebot diese Zielgruppe anzusprechen, eine Integration in die allgemeinen Freizeitangebote gelingt aber selten. Jugendzentren haben nicht selten sogar einen negativen Ruf bei Eltern mit Migrationsbiografien.

Dennoch haben einige Jugendzentren gezeigt, dass es möglich ist, auch Mädchen mit Migrationsbiografien als Stammpublikum zu gewinnen. Der Workshop bietet die Gelegenheit Hintergrundinformationen zu erhalten und Erfahrungen und Tipps auszutauschen.

Mit dabei: Minenur Safak, Lilli Funk (b-Hof, Würzburg), u.a.

2.   Mädchen und junge Frauen in Vereinen und Verbänden

Noch weniger präsent als in der offenen Jugendarbeit sind Mädchen und junge Frauen mit Migrationsbiografien in den Strukturen und Angeboten der Vereine und Verbände. Ausnahmen bilden hier vor allem einige Vereinigungen junger Menschen mit Migrationserfahrung (VJM) und Vereine, die ausschließlich Mädchenarbeit anbieten. Der Workshop wird Wege aufzeigen, wie Vereine und Verbände Mädchen mit Migrationsbiografien gezielt ansprechen und erreichen können. Zahlreiche Beispiele aus der Praxis vom Sport bis zur Chorjugend illustrieren Möglichkeiten und Strategien, die eigene Angebote so zu gestalten, dass sie auch Mädchen mit Migrationsbiografien ansprechen.

Referent*innen: Cyana Pompeo-Schuster, Götz Kolle

3.   Angebote für geflüchtete Mädchen und junge Frauen

2020 waren 74,3% der einen Asylantrag stellenden Personen in Deutschland jünger als 30 Jahre und fast die Hälfte dieser Anträge (41,6%) ging von Mädchen und Frauen aus. Der Workshop stellt Möglichkeiten und Erfahrungen vor, wie die Zielgruppe der geflüchteten Frauen und Mädchen besser erreicht und angesprochen werden kann und gibt Tipps für die Gestaltung erfolgreicher Angebote und Rahmenbedingungen.

Referent*innen: Zeynep Sen, Beatrice Odierna, Nargis Yari (JIB)

4.   Empowerment in der Jugendarbeit

Empowerment bedeutet so viel wie Selbstermächtigung/Selbstbefähigung und kann als Gegenmaßnahme zu andauernden alltäglichen Verletzungen (Diskriminierungen und Rassismus) verstanden werden. Es geht vor allem darum, individuelle Strategien für den Umgang mit Ausgrenzungserfahrungen zu entwickeln. Der Workshop erklärt was Empowerment ist und welche Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Empowerment-Arbeit notwendig sind. Auch in dieser Workshop bietet zudem Raum, um Erfahrungen und Tipps auszutauschen.

Referentinnen: Ouassima Laabich-Mansour, Anca Aicha

Referent*innen

Expertinnen-Arbeitsgruppe

Der Fachtag wurde durch eine Arbeitsgruppe von vier Expert*innen inhaltlich vorbereitet.  Diese begleiten, moderieren und bereichern den Fachtag und seine Workshops:

Zeynep Sen: Studierte Betriebswirtschaftslehre an der Universität Würzburg und Bildungsmanagement an der Pädagogischen Hochschule in Ludwigsburg. Seit 2017 ist sie als Bildungskoordinatorin für Neuzugewanderte bei der Stadt Würzburg tätig.

Anca Maria Aicha: Gebürtige Rumänin, seit 17 Jahren in Deutschland lebend. Studium der Sozialen Arbeit mit anschließendem Master in Internationaler Sozialarbeit mit Geflüchteten und Migranten. Arbeitet an der Fachhochschule Würzburg/Schweinfurt im DAAD-Integra-Projekt.

Cyana Pompeo Schuster: Diplom-Pädagogin (Uni Würzburg), kommt ursprünglich aus Brasilien und lebt seit 20 Jahren in Deutschland. In den letzten acht Jahren war sie als Geschäftsführerin des Stadtjugendrings Würzburg beschäftigt.

Minenur Safak: Kind einer Gastarbeiterfamilie in der dritten Generation auf deutschem Boden. Deutsch-Türkin. Angehende Absolventin in den Bereichen Politologie/Soziologie und Wirtschaftswissenschaften. Sie setzt sich ein für Gerechtigkeit, Chancengleichheit und Gleichstellung. Aktive Mitgestaltung von Rassismus- und diskriminierungsfreien Projekten.

Referent*innen

Tamara Ehmann ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl Empirische Bildungsforschung an der Universität Würzburg. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen die pädagogische Evaluationsforschung sowie Gelingensbedingungen der pädagogischen Praxis bei Integrationsprozessen von Migrant*innen. In ihrem Dissertationsvorhaben setzt sie sich mit integrationsfördernden Gelingensbedingungen innerhalb pädagogischer Freizeitangebote für Heranwachsende mit Fluchthintergrund auseinander. Frau Ehmann vertritt  Prof. Dr. Heinz Reinders, der leider nicht mehr dabei sein kann.

Beatrice Odierna ist wissenschaftliche Mitarbeiterin in einem Forschungsprojekt zur Lebenssituation geflüchteter junger Frauen an der LMU München. Als pädagogische Mitarbeiterin bei einem großen Träger der Jugendarbeit war sie sowohl im Bereich der Konzeption und Durchführung von stadtteilbezogenen Freizeitaktivitäten für UMF als auch in der offenen Jugendarbeit mit geflüchteten Jugendlichen (Schwerpunkt Mädchenarbeit) tätig. Als Fachstelle Jugendarbeit in der Migrationsgesellschaft (BJR) befasste sie sich intensiv mit der Entwicklung und Etablierung neuer Angebote für geflüchtete junge Frauen in der OKJA.

Ouassima Laabich-Mansour, Politikwissenschaftlerin, ist Mitarbeiterin im Forschungsprojekt zu anti-muslimischen Rassismus und Sicherheitsdiskursen im Kontext des ‚Bedrohungsszenarios‘ an der Alice-Salomon Hochschule Berlin. Frau Laabich-Mansour ist seit Jahren ehrenamtlich in einem Jugendverband tätig und dort zuständig für Empowermentstrategien, Kooperationen und politische Teilhabe. In Berlin leitet sie eine junge muslimische Frauen* und Mädchen* Gruppe, die sich dem Empowerment, Austausch und der Schaffung eines Safe Spaces widmet. Als Referentin bietet sie Vorträge, Workshops und Trainings zu anti-muslimischen Rassismus, Empowerment und muslimischer Jugendarbeit in Deutschland an.

Götz Kolle von der Fachstelle „Jugendarbeit in der Migrationsgesellschaft“ ist seit über 14 Jahren in der diversitätsbewussten Jugendarbeit tätig. Er arbeitet seit Jahren mit und zusammen mit neuzugewanderten und geflüchteten Jugendlichen.

Technische Voraussetzungen

Der Fachaustausch wird über das Videokonferenztool Zoom realisiert. Nach Ihrer Anmeldung erhalten sie Anfang Juli den Zugangslink zum Online-Fachaustausch.

Benötigt werden ein Computer/Laptop mit Mikrophone und Kamera oder ein aktuelles Smartphone und eine Internetverbindung. Mehr Hinweise zu Voraussetzungen und zur Benutzung von Zoom haben wir in diesem PDF für euch zusammengestellt: Handreichung zur Nutzung von Zoom

Eine Kooperationsveranstaltung mit der Kommunalen Bildungskoordination für Neuzugewanderte Würzburg

 

Siehe auch

Online-Fachaustausch „Mädchen mit Migrationsbiografien in die Jugendarbeit!“

          Mädchen mit Migrationsbiografien, besonders aber geflüchtete Mädchen, sind in der …