23.04.2019
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Informationen für Betroffene von Diskriminierung & Rassismus

Diskriminierung gehört leider zum Alltag von Jugendlichen mit internationalen Biografien. Hier findet ihr Informationen, um euch Hilfe zu holen oder um betroffene Jugendliche zu unterstützen.

Erfahrungen psychischer und physischer Gewalt

Mehr als ein Drittel der geflüchteten Jugendlichen gab in einer DJI-Studie an, seit der Ankunft in Deutschland bereits ein oder mehrere Male beleidigt, bedroht oder angegriffen worden zu sein. Die Jugendlichen berichteten von Diskriminierungserfahrungen in alltäglichen Begegnungen mit der Bevölkerung an öffentlichen Orten wie auf der Straße, am Bahnhof oder in öffentlichen Verkehrsmitteln. Darüber hinaus schilderten sie Diskriminierungserfahrungen an Orten wie der Schule und dem Wohnumfeld, sowie von Erlebnissen der Ungleichbehandlung durch Behörden und die Polizei.

Während die Jugendlichen überwiegend von verbalen Angriffen sprachen, die bis hin zu Bedrohungen reichten, berichteten jedoch auch einige Jugendliche von körperlichen Übergriffen. Insgesamt gab jeder vierte befragte Jugendliche an, dass er selbst oder jemand, der ihm nahe steht, seit seiner Ankunft in Deutschland physisch angegriffen wurde. Darunter sind vor allem Jugendliche, die aufgrund äußerlicher Merkmale (beispielsweise aufgrund des Tragens eines Kopftuchs) derartige Erfahrungen gemacht haben.

Während viele Jugendliche auf der einen Seite versuchten, Erlebnisse dieser Art nicht ernst zu nehmen oder herunterzuspielen, lassen die Ergebnisse der Untersuchung auf der anderen Seite erkennen, dass Diskriminierungserfahrungen negative Auswirkungen auf das subjektive Wohlbefinden vieler Betroffener haben. Oft bleibt das Gefühl unerwünscht zu sein. Gleichzeitig führen insbesondere physische Gewalt, Bedrohungen oder schwer wiegende  Belästigung  bei  einigen  Jugendlichen  zu  starker  Verunsicherung  und Angst. Dabei zeigte sich, dass diese nicht unbedingt aufgrund der eigenen Erfahrungen entstand, sondern auch dann, wenn die Jugendlichen jemanden kannten, der eine solche Erfahrung gemacht hatte.

Beratungsstellen

Beratungsstellen

Die meisten neuzugewanderten Jugendlichen haben kein Wissen über ihre Rechte und die Durchsetzung ihrer Rechte nach einer erlebten Diskriminierung. Bestehende Beschwerdemöglichkeiten sind unbekannt und werden nur in Einzelfällen in Anspruch genommen.

An dieser Stelle brauchen die betroffenen Jugendlichen Unterstützung, Beratung und Informationen.

Was tun bei Diskriminierung?

Was tun bei Diskriminierung?

Diskriminierung

Diskriminierung ist die konkrete Ungleichbehandlung und Benachteiligung von Menschen aufgrund von Vorurteilen und Schubladendenken. Diskriminierungen sind ungerecht, verletzend und gewaltvoll. Abwertende Blicke, abfällige Bemerkungen, ein fieser Facebook-Kommentar, Anspucken, Schläge … die Bandbreite von Diskriminierungen ist groß, das Muster immer gleich:

Einzelne werden über eine Gruppe definiert (z.B. die Araber, Muslime, Flüchtlinge …), als “Anders” markiert und spürbar abgewertet. Die einzelne Person wird nicht beachtet oder ernst genommen, die Gruppen oder sozialen Kontexte, denen sie entstammt, herabgesetzt oder verächtlich gemacht.

Was tun bei sexueller und geschlechtlicher Diskriminierung?

Was tun bei sexueller und geschlechtlicher Diskriminierung?

Lesben, Schwule, Bi-, Trans- und Intersexuellen (LSBTI) droht in über 90 Staaten der Erde Gefahr für Freiheit, Leib und Leben. In Deutschland ist für viele die Flucht noch nicht vorbei, hier kommen Erfahrungen von Rassismus, aber auch von LSBTI-Feindlichkeit hinzu.

Hier ein paar Tipps, um sich für die Arbeit mit geflüchteten LSBTI-Jugendlichen zu informieren:

Was tun bei rassistischer Gewalt?

Was tun bei rassistischer Gewalt?

Unterstützung nach einem rassistischen Angriff. Ein Ratgeber für Geflüchtete in einfacher Sprache

Was tun nach einem rassistischen Angriff? Empfehlungen für Betroffene

Die Broschüre informiert geflüchtete Menschen in zehn Sprachen über wichtige Sofortmaßnahmen für den Fall rassistischer Gewalt. Die Printversion der Broschüre kann hier auf der Website von IDA-NRW bestellt werden oder als PDF heruntergeladen werden oder einzeln in folgenden Sprachen: DeutschEnglisch,  FranzösischArabischKurmanFarsi,  Pashto,  Tigrinya,  Albanisch,  Romanes