Kalender der Vielfalt

Unser Online-Kalender möchte dazu anregen, die Vielfalt der Feste unserer Gesellschaft miteinzubeziehen und als Lernanlass für Gruppen zu nutzen. Er zeigt und erklärt Monat für Monat wichtige Feste und Feierlichkeiten der Jugendlichen. So können Feste und Fastenzeiten bei der Planung von Terminen, Aktionen und Projekten mitgedacht, Wünsche und Grüße geäußert und auch gemeinsame Feiern geplant werden. Wir wünschen Euch ein reiches 2021!

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Gesprächsanlass

Ob im Jugendzentrum, im Jugendtreff, in einer Geschäftsstelle oder in den Gruppenräumen – der Kalender lädt dazu ein, miteinander über Feste, Feierlichkeiten und Traditionen ins Gespräch zu kommen.

Feiert ihr das? Was macht ihr an dem Tag? Was steht für dich dahinter? Einzelne Feste können auch zum Anlass genommen werden, bestimmte religiöse Aspekte wie Dankbarkeit, Neubeginn oder Ähnliches gemeinsam zu feiern. So könnten z.B. „Lichtfeste“ thematisiert und gemeinsam gefeiert werden. Dabei kann den Jugendlichen dann überlassen werden, ob sie einen Chanukka-Leuchter oder einen Adventskranz basteln, die Lichtsure bearbeiten oder die Diwali-Geschichte darstellen wollen. Das Gemeinsame ist dabei immer die Feier des Lichts und die kreative Bearbeitung seiner Symbolkraft.

Welche Feiern sind wirklich wichtig?

Es ist nicht ganz einfach, bei der Vielzahl der religiösen Festtage auf der Welt den Überblick zu behalten. Der Kalender bietet eine Vorauswahl. Damit ist der Kalender notwendigerweise unvollständig – ein guter Grund, die Monate in der Jugendgruppe durchzugehen und fehlende Festtage gemeinsam zu ergänzen!

Viel Spaß beim Feiern!

Feste und Feiertage 2021

 

Januar

07.01. russ.-orth. & serb.- ortho. Weihnachtsfest

Einige deutsch-russische Jugendliche feiern Weihnachten und Silvester zusammen. Zu Neujahr kommt der russische Weihnachtsmann Ded Moroz (Väterchen Frost) mit seiner Begleiterin Snegurotschka (Schneeflöckchen) nach Unterfranken und bringt die Geschenke.

Da die russisch-orthodoxe und die serbisch-orthodoxe Kirche ihre Feiertage nicht nach dem gregorianischen, sondern nach dem alten julianischen Kalender festlegen, wird der Heilige Abend bei ihnen nicht am 24.12. sondern am 6. Januar gefeiert. In manchen deutsch-russischen Familien feiert man Weihnachten daher sogar zwei Mal. Während am 6. Januar die meisten den Tag der Heiligen Drei Könige feiern, dreht sich in einer serbisch-orthodoxen Familie alles um den „Badnji Dan“. An diesem Tag werden traditionelle Speisen zubereitet.  Am 7. Januar ist dann der 1.Weihnachtsfeiertag, mit dem auch das Fasten beendet wird. Viele Menschen treffen sich, um in der Familie zu feiern.

14.01. Pongal

Das Fest hat seinen Ursprung im südlichen Teil von Indien, hier wird in der Landwirtschaft größtenteils Reis angebaut und mit dem Fest wird der Geist der vergangenen Ernte hinter sich gelassen.

Am 1. Tag des Festes Bhogi werden als Symbol für den Neubeginn alte Kleider verbrannt. Die Häuser werden gesäubert und feierlich dekoriert. Am nächsten Tag, Surya Pongal wird das Gericht Pongal gekocht. Es besteht aus Reis, Milch und Palmzucker. Alle Zutaten kommen zusammen in einem Topf und werden erhitzt, bis es überkocht. Durch das Überkochen wird Glück und Überschuss zum Ausdruck gebracht. Am 3. Tag, dem Mattu Pongal, werden die Nutztiere geehrt, feierlich geschmückt und mit Pongal gefüttert. Nach dem letzten Tag, Kanum Pongal, ist es wichtig, dass noch Pongal übrig ist. Dies symbolisiert den Überschuss der Ernte.

09.-11.02. Hizir-Fasten

Bei den türkischen Aleviten wird die zweite Februarwoche als die Woche des unsterblichen Heiligen und Schutzpatron Hizir gefeiert. Im arabischen als Al-Chidr bekannt, ist er auch ein islamischer Heiliger. Für viele Muslime gilt er als Personifikation des Guten und als Symbol für das Wachsen der Vegetation.

Hizir wird oft als weißbärtiger Mann auf einem Schimmel vorgestellt, der allen in der Not zur Hilfe kommt. Nach einer alevitischen Überlieferung, besuchte Hizir eine Familie, die für ihre kranken Söhne fastete, drei Tage lang in Gestalt eines armen hungrigen Mannes. Das dreitägige Hizir-Fasten wird in Erinnerung an dieses Ereignis vollzogen. Am letzten Tag wird in der Wohnung und vor der Haustür für die Feier geputzt. Am Abend werden die vorbereiteten Speisen in den alevitischen Gemeindehäusern (Cemhäusern) mit allen Besuchern gemeinsam verspeist.

Februar

12.02.-14.02. Tet-Fest (Tết Nguyên)

Das Tet-Fest ist das vietnamesische Neujahr und findet vom 1.-3. Tag des neuen Jahres, nach dem Mondkalender statt. Das Fest wird traditionell im Kreise der Familie gefeiert und ist vergleichbar mit Weihnachten in Europa. Vorab werden die Häuser geputzt und der Neujahrsbaum cây nêu aufgestellt. An diesen Baum werden rote Karten mit goldenen Verzierungen und Glückwünschen gehangen. Traditionell trägt man seine beste Kleidung und schmückt das Haus mit Blüten, welche den Neuanfang symbolisieren. Hierzu wird ein großes Festessen dargeboten. Die ganze Familie betet anschließend im Tempel für Gesundheit und Glück.

26.02. Purim

Purim ist ein jüdisches Freudenfest, das an die Errettung des Volkes erinnert. Nach dem Buch Ester versuchte Haman, der höchste Regierungsbeamte des persischen Königs, die gesamten Juden im Perserreich an einem Tag zu ermorden. Die jüdische Königin Esther führt jedoch durch Fasten und Gebet die Rettung herbei. Zu Purim wird die Geschichte von Esther vorgelesen. Immer wenn der Name Haman fällt, soll von den anwesenden Kindern mit Rasseln und Ratschen so viel Lärm wie möglich gemacht werden.

Kinder verkleiden sich zu dem Fest. Das ist eine Anspielung darauf, dass das Purim-Wunder in das Gewand eines „natürlichen“ Sieges gekleidet war. Die gleiche Bedeutung haben auch die Hamantaschen, ein traditionelles dreieckiges Gebäck, in dem eine Mohnfüllung verborgen ist.Purim ist ein Fest der Einheit und Freundschaft, deshalb macht man Freunden und Angehörigen Geschenke, spendet Bedürftigen und richtet ein überschwängliches Festmahl aus.

März

21.03. Newroz/Nouruz-Fest

Mit dem Newroz-Fest feiern viele Aleviten den Frühling. Es ist ein Fest des Neubeginns, der Versöhnung, Hoffnung und Freude. Zu den gemeinsamen Festlichkeiten werden besondere Speisen miteinander geteilt und traditionelle Tänze aufgeführt. Ebenfalls als zoroastrisches Erbe gilt der Sprung über das Newroz-Feuer.

Vor allem im Irak und der Türkei wurde das Fest lange verboten, um die kurdische Bevölkerung in ihrer Identität einzuschränken. Daher gewann das Fest vor allem im kurdischen Verständnis an Widerstands- und Auflehnungscharakter gegen die erfahrene Unterdrückung. Seit 2010 gibt es einen von den UN anerkannten internationalen Newroz-Tag am 21. März.

28.03. -24.04. Pessach

Pessach erinnert Juden in jedem Jahr sieben Tage lang an die Ereignisse kurz vor der Flucht ihrer Vorfahren aus Ägypten. Das Fest heißt auch Übersprungsfest. Zur Feier gibt es oft den Sederteller mit sieben ganz bestimmten Speisen. Jede von ihnen erinnert an ein Ereignis während der Sklaverei in Ägypten und der Flucht nach Kanaan. Zu den Speisen gehören auch die Mazzen (ungesäuertes Brot).

29.03. Holi

Holi ist das große Fest zu Ehren Krishnas. Er lehrte die Menschen durch das Vorbild seines eigenen Lebens den liebevollen und fröhlichen Umgang der Menschen miteinander.

Traditionell beginnt das Fest mit einem Besuch des Radha Tempels. Hier teilen die Priester ein berauschendes Getränk an die Menschen aus. Am nächsten Morgen ziehen die Hinduisten in die Natur. Sie halten sich hierbei paarweise an den Händen. Nachmittags strömen die Menschen zurück in die Straßen und Gassen. Jeder hat sich Haut und Haare mit Öl eingerieben und farbiges Puder mit dabei. Mit Wasser und Farbe beschmieren, bespritzen und besprühen sich die Menschen gegenseitig. Die Kastenschranken, die Unterschiede  zwischen den Menschen, sind aufgehoben.  Seit 2011 wird das „Holi Festival of Colours“ auch in Deutschland in mittlerweile 13 Städten gefeiert.

April

13.04.-12.05. Der Ramadan

Ramadan bezeichnet den 9. Monat des Islamischen Kalenders und erinnert an die Zeit, als der Erzengel Gabriel dem Propheten Mohammed den Koran offenbart hat. Das Fasten im Monat Ramadan gilt als die vierte der fünf Säulen des Islam. Begonnen wird das Fasten täglich vor dem sogenannten Fajir-Gebet, um ungefähr 5 Uhr früh. Es endet ab zirka 21 Uhr mit dem Abendgebet und dem anschließenden Iftar. Bei diesem festlichen Abendessen versammelt sich die ganze Familie, um nach Sonnenuntergang gemeinsam das Fasten zu brechen. Traditionell werden Datteln mit Wasser oder Milch als erste Speise zum Fastenbrechen gereicht.

 Fasten bedeutet, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und auf das Überflüssige zu verzichten. Er gilt als eine besonders heilige Zeit und ist der Monat, in dem Gott zu den Menschen spricht und die Gläubigen die Möglichkeit haben, sich intensiv mit ihrem Glauben auseinanderzusetzen.

14.04. Vaisakhi – das Erntedankfest der Sikhs

Ursprünglich als Erntedankfest der Hindus im indischen Punjab gefeiert, ist Vaisakhi heute das wichtigste Jahresfest der Sikh. Der Glaube des Sikhismus und seine Philosophie schlagen eine Brücke zwischen Hinduismus und Islam. Sikh bedeutet so viel wie Schüler.

An Vaisakhi, so die Überlieferung, begründete der zehnte Guru, Gobind Singh, die verbindliche Gemeinschaft der Sikh, indem er die ersten Sikhs mit einem göttlichen Nektar, taufte. Die Gemeinschaft machte es sich laut Überlieferung zur Aufgabe, gegen Tyrannei und religiöse Intoleranz vorzugehen. Die Sikhs beginnen die Feierlichkeiten im Morgengrauen. Mit Blumen und Geschenken ziehen sie – oft in Prozessionen – in ihre Gurdwara, die Gebetsstätte der Sikhs. Auch in Würzburg gibt es einen solchen Tempel. Dort feiern sie die Geburt der Gemeinschaft. An Vaisakhi tragen viele Sikhs neue Kleider und machen sich gegenseitig Geschenke.

Mai

26.05. Vesakh

Buddhisten feiern das Vesakh-Fest zur Erinnerung an die Geburt, die Erleuchtung (Nirvana), den Tod (Parinirvana) und das Ende der Wiedergeburt von Buddha. Es wird von Buddhisten in aller Welt als gemeinsamer Feiertag begangen und dient damit auch der bewussten Suche der Gemeinsamkeiten der unterschiedlichen buddhistischen Traditionen in aller Welt.

An diesem Tag wird besonders darauf geachtet, die 5 buddhistischen Gebote einzuhalten. Die Straßen sind mit Lichtern, Fahnen und Bildern von Buddha geschmückt. Zu dem Fest gehören auch das Vollmondfasten und die Puja-Zeremonie. Bei dieser Verehrung des Buddhas singen Buddhisten Gebete oder meditieren. Vesakh ist ein Tag der guten Vorsätze und der guten Taten. Es ist Tradition gefangenen Tieren, wie Fischen und Vögeln die Freiheit zu schenken und armen Menschen zu helfen.

13.05.-15.05. Fest des Fastenbrechens – Eid al-Fitr

Das sogenannte Zuckerfest beendet den islamischen Fastenmonat Ramadan und gehört zu den wichtigsten Festen im Islam. Mit ihm danken Muslime Allah dafür, dass sie das Fasten und alle damit verbundenen Aufgaben und Anstrengungen geschafft und überstanden haben. Die Festtage werden genutzt, um die Verwandten und Bekannten zu besuchen. Dabei werden meist süße Gerichte gereicht und Süßigkeiten verteilt. Man wünscht sich: Eid Mubarak –  ein gesegnetes Fest!

Juni

20.06. Weltflüchtlingstag

Im Dezember 2000 wurde der 20. Juni von der UN-Vollversammlung zum internationalen Gedenktag für Flüchtlinge erklärt. Der Tag ist den Binnenvertriebenen, Asylsuchenden, Flüchtlingen und Staatenlosen auf der ganzen Welt gewidmet: also allen Menschen, die vor Krieg, Verfolgung, Terror oder Naturkatastrophen fliehen mussten.

Jedes Jahr finden an diesem Tag weltweit Aktionen statt, mit denen die Teilnehmenden ihre Solidarität mit Flüchtlingen zum Ausdruck bringen. Außerdem sollen damit Mut, Tapferkeit, Stärke und Entschlossenheit jener Menschen gewürdigt werden, die ihre Heimat aufgrund von Verfolgung, Konflikt und Gewalt verlassen mussten. Die Vereinten Nationen stellen den Weltflüchtlingstag jedes Jahr unter ein anderes Motto. Mit Hashtags wie #WithRefugees #StepWithRefugees möchten sie Solidarität sichtbar machen.

03.06. Fronleichnam

 Das Fest der Verehrung von Leib und Blut Christi wird in Bayern vielerorts mit großen Prozessionen begannen. Brot und Wein werden nach katholischem Verständnis in der Heiligen Messe in den Leib und das Blut Christi verwandelt. Dadurch, so der Glaube, ist Gott dauerhaft in Brot und Wein gegenwärtig.

Mit einer festlich geschmückten Monstranz, in der Leib Christi in Form einer Hostie herumgetragen wird, prozessieren an Fronleichnam viele Gläubige durch Dörfer und Städte. Die heutige Sinngebung der Prozession geht in der Regel vom Bild des wandernden Gottesvolks aus, dessen Mitte Christus, „das Brot des Lebens“, ist.

Juli

18.07. Tischa beAw

Der traurigste Tag des jüdischen Kalenders. An diesem Tag ereigneten sich in der jüdischen Geschichte immer wieder Katastrophen. Im Jahre 586 v.Chr. wurde der erste, 70 n.Chr. der zweite heilige Tempel in Jerusalem zerstört. Der Aufstand von Bar Kochba wurde 135 n.Chr. blutig niedergeschlagen und die Stadt Betar – der letzte Widerstandsort der Juden – wurde erobert. Jerusalem wurde als heidnische Stadt wiederaufgebaut, Juden wurde der Zutritt verwehrt. Tischa beAw wird auch mit späteren Katastrophen in Verbindung gebracht, darunter die Vertreibung der Juden aus Spanien 1492. Zudem begannen am Vorabend von Tischa beAw im Jahr 1942 die Massendeportationen von Juden aus dem Warschauer Ghetto.

Ab Sonnenuntergang gilt das Gesetz, bis zum Einbruch der Dunkelheit am folgenden Abend nicht zu essen und zu trinken. Schwangere und stillende Frauen müssen ebenfalls fasten. Ansonsten ist es geboten, keine geschäftlichen oder anderen ablenkenden Tätigkeiten auszuführen, andere nicht zu grüßen und ihnen keine Geschenke zu machen. Auch Freizeitaktivitäten sollen vermieden werden.

20.07. – 23.07. Eid al-Adha – das Opferfest

Das große Familienfest ist der höchste Feiertag im Islam. Er erinnert Muslime und Aleviten daran, dass sie Gott grenzenlos vertrauen dürfen und ruft sie zur Hilfsbereitschaft auf.

Das Opferfest (im türkischen Kurban Bayramı) erinnert an Abraham/Ibrahim, der auf Gottes Geheiß bereit war, seinen Sohn zu opfern. Gott erkannte die Treue und verzichtete. Stattdessen wurde ein Widder geopfert und als Zeichen der Dankbarkeit mit Freunden und Bedürftigen geteilt. Auch heute noch teilen viele Muslime und Aleviten am Opferfest das Fleisch eines Tieres mit den Armen.

Am ersten Morgen des Opferfestes herrscht in vielen Moscheen und Gemeindehäusern dichtes Gedränge. Alle sind zum Festgebet und zur Predigt eingeladen. Anschließend wünscht man sich: „Möge Allah deine guten Taten annehmen und dir und deiner Familie das Beste geben“. Als Zeichen der Freundschaft und Hilfsbereitschaft beschenken sich viele Muslime. Fast alle kommen in der Familie zusammen und essen gemeinsam.

August

09.08. Islamisches Neujahr/ 1. Muharran

Der Muharran ist der erste Monat im muslimischen Mondkalender.  Im Gedenken an das wichtige Ereignis der Auswanderung (Hidschra) wurde der 16. Juli als Beginn der islamischen Zeitrechnung bezeichnet. An diesem Tag wanderte der Prophet Mohammed im Jahre 622 n. Chr. mit seinen Anhängern von Mekka nach Medina aus.

Weil der neue Tag nicht um Mitternacht, sondern bereits mit dem Sonnenuntergang beginnt, feiern Muslime den Beginn eines neuen Jahres zwei Tage lang. Dessen Beginn wird mit großen, traditionellen Blasinstrumentenverkündet. Das Festessen, welches die Hoffnung auf ein gutes neues Jahr symbolisiert, besteht aus sieben Teilen mit symbolischer Bedeutung: Mehlbeeren, Süßgebäck, eine Münze, grüne Weizentriebe, ein Apfel, Essig und Knoblauch. Sie bedeuten Glück, Gesundheit, Wohlergehen und Fruchtbarkeit. Da der islamische Kalender nach Mondjahren gerechnet wird, ist das islamische Jahr im Vergleich zu unserem Kalender, dem Gregorianischen Kalender, elf Tage kürzer.

18.08. Ashura

Aschura ist Arabisch und heißt zehn. Der Aschura-Tag ist der zehnte Tag des Monats Muharram. Schiiten, Aleviten, einige Sunniten und einige Anhänger anderer Religionen trauern an dem Tag von Aschura um Hussain und seine Gefährten. Husain war der Enkel des Propheten Mohammed. Er wurde zusammen mit anderen Männern vor mehr als 1.300 Jahren in einer Schlacht bei Karbala getötet. Seither ist er für die Schiiten ein Märtyrer.

In vielen Veranstaltungen hören und singen Schiiten am Aschura-Tag gemeinsam traurige Lieder und Gesänge. Andernorts feiert man zu Aschura die Rettung der Arche Noah. Nach alter Tradition steht „Noahs Suppe“ auf dem Speiseplan. Die süße Suppe aus Früchten, Nüssen und Granatapfelkernen wird an Freunde und Verwandte verteilt. Man glaubt, dass Noah, nachdem die große Sintflut vorüber war und er wieder festen Boden betreten hatte, mit den letzten Resten seiner Vorräte ebendiese Süßspeise zum ersten Mal zubereitete und mit den Überlebenden der Arche als Festmahl verspeist hat

15.08. Mariä Himmelfahrt

Mariä Himmelfahrt erinnert Katholiken an Marias Tod und an ihre Aufnahme in den Himmel. Im Gottesdienst an Mariä Himmelfahrt beten Katholiken das Ave Maria. Es beginnt mit den Worten „Gegrüßet seiest du, Maria“. Anschließend feiern die Besucher der Kirche die Kräuterweihe. Dabei weiht der Pfarrer Sträuße mit Wildkräutern, die jeder mit nach Hause nehmen darf. Wer möchte, trocknet sie, und hängt sie später zuhause auf.

September

14.09. Kreuzerhöhung
Das Fest der Kreuzerhöhung ist ein hoher orthodoxer Festtag. Er erinnert an das Auffinden des Kreuzes Christi und wird z.B. in Äthiopien gefeiert.

16.09. Jom Kippur

Der „Große Versöhnungstag“ ist der heiligste und feierlichste Tag des jüdischen Jahres. Der Name heißt übersetzt „Tag der Bedeckung“. Heute würden wir sagen „Schwamm drüber“. Damit ist gemeint, dass Gott an diesem Tag alle wirklich ernsthaft bereuten Sünden vergibt.

Jom Kippur wird 10 Tage nach dem Neujahrsfest begangen und dient dem Gedenken an Verstorbene, um Unrecht wieder gutzumachen und sich zu versöhnen. Auf ein Festmahl mit der Familie folgt mit dem Sonnenuntergang ein etwa 25 Stunden langes Fasten. Viele religiöse Juden verbringen Jom Kippur in der Synagoge, wo sie sich 10 Stunden ununterbrochen Bußgebeten widmen. Dabei sind die Synagoge und auch die Menschen komplett in weiß gekleidet, als Zeichen der Reinheit. Sich mit Gott zu versöhnen, ist für Gläubige besonders wichtig. In ihrem Glauben geht das aber erst, wenn man sich mit seinen Freunden oder der Familie versöhnt hat. Auch viele nicht religiöse Juden versöhnen sich an diesem Tag mit Freunden und Familie.

21.09. Mondfest – Zhongqiu 中秋节

Das Mond- oder Mittherbstfest ist neben dem Chinesischen Neujahr das wichtigste chinesische Fest. Es wird auch von Familien aus Süd-Korea, Vietnam oder Japan gefeiert. Hintergrund ist die über tausendjährige Verehrung des Mondes im Erntemonat. In der chinesischen Kultur ist der Vollmond ein Symbol des Friedens und des Wohlstands für die ganze Familie. Seine Rundung symbolisiert Ganzheit und Zusammengehörigkeit.

Traditionell werden zum dem Fest Mondkuchen mit verschiedenen Füllungen an Verwandte, Freunde, Nachbarn verschenkt. Die handtellergroßen Kuchen erinnern in Form und Farbe an den Vollmond, ebenso, wie die Pomelos, die an diesem Tag verspeist werden. Neben dem Familientreffen hängt man Laternen auf, steckt Räucherstäbchen an und überreicht Geschenke.

Oktober

31.10. Der Reformationstag

 Protestanten in aller Welt feiern an diesem Tag den Beginn der Reformation der Kirche durch Martin Luther. Im Jahre 1517 hatte dieser in Wittenberg an die Tür der dortigen Schlosskirche 95 Thesen angeschlagen, in welchen er kirchliche Missstände wie z.B. den Ablasshandel kritisierte. Luther wollte die Kirche zum geistigen Ursprung des Evangeliums zurückführen. Sein Vorhaben fand Befürworter, aber auch Gegner. Die mittelalterliche Kirche unter der Führung des Papstes verweigerte sich seiner Reform. So kam es zur Abspaltung von der katholischen Kirche.

Zum Gedenken an die Reformation ist dieser Tag heute Feiertag in 9 Bundesländern (Brandenburg, Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen).

September

4.11. Diwali – das indische Lichterfest

An Diwali feiert man die Glücksgöttin Lakshmi und gleichzeitig den Sieg des Guten über das Böse, der Wahrheit über die Lüge, des Lichts über den Schatten und des Lebens über den Tod. Das Hindu-Fest, das auch von den Jains gefeiert wird, kann auf Grund seiner spirituellen sowie sozialen Bedeutung mit Weihnachten verglichen werden. Für viele Hindus geht das Fest auf den Tag zurück, an dem König Rama mit seiner Frau Sita nach langem Exil in die Hauptstadt Ayodhya zurückkehrte, so wie es das Ramayana beschreibt.

Diwali bedeutet „Reihen von Lichtern“ und erinnert an den mit Lichtern bestückten Heimweg vom Rama. Kleine Öl-Lampen (Dipas) werden daher zu Diwali an Fenster oder Eingänge gestellt oder in kleinen Schalen zu hunderten auf das Wasser gesetzt. Die Festlichkeiten an Diwali dauern mehrere Tage. Jeden Tag wird eine bestimmte Gottheit gefeiert. Man trägt neue Kleider, verteilt Geschenke, es gibt Süßigkeiten und am Abend Feuerwerk. Der fünfte und letzte Tag ist Bruder-Schwester-Tag. An diesem versprechen beide, sich gegenseitig zu beschützen.

19.11. Guru Nanak Jayanti

Guru Nanak Jayanti ist einer der höchsten Feiertage der Sikh. An diesem Tag wird der Geburtstag des ersten Sikh Gurus gefeiert. Zusammen mit 9 Gurus trug er die wichtigsten Lehren in das heilige Buch der Sikh zusammen. Eingeläutet wird das Fest mit einer 48 stündigen Vorlesung des heiligen Buchs.

Die eigentlichen Feierlichkeiten beginnen mit den Prabhat Persi, verschiedenen Festzügen durch die Stadt, die von Gesängen begleitet werden. Endpunkt der Prozession ist der Gurudwara, der Goldene Tempel in Amritsar, welcher geschmückt und farblich beleuchtet wird.

Dezember

29.11.-06.12. Chanukka

Das jüdische Lichterfest wird zum Gedenken an die Wiedereinweihung des zweiten Tempels in Jerusalem gefeiert. Während der acht Tage von Chanukka wird pro Tag jeweils nach Sonnenuntergang eine Kerze des Chanukka-

Leuchters von links nach rechts entzündet. Solange die Kerzen brennen, soll die Arbeit ruhen und jeglicher Streit unterbleiben. Die Familien sitzen dann oft zusammen, essen und spielen. Wenn die achte Kerze brennt werden Gebete gesprochen, Lieder gesungen und die Chanukka-Geschichte erzählt. In Mittel- und Westeuropa hat die zeitliche Nähe zu Weihnachten dazu geführt, dass Chanukka in manchen Familien zu einem Fest mit Bescherung geworden ist.

06.12. St. Nikolaus

Sankt Nikolaus wurde um 280 n.Chr. geboren und war Bischof der Stadt Myra (heute Demre). Er stammte aus einer reichen Familie und soll einst heimlich Menschen in Not geholfen und vor allem ihre Kinder beschenkt haben. Das feiern viele Christen in jedem Jahr mit dem Nikolaustag am 6.12.

In der orthodoxen Kirche, besonders in Russland, zählt Nikolaus bis heute zu den herausragenden Heiligen. Hier wird der Nikolaustag am 19.12. gefeiert. In Deutschland, Österreich und der Schweiz stellen Kinder am Abend vor dem Nikolaustag Schuhe oder Teller vor die Tür. Diese füllt der Nikolaus dann in der Nacht zum 6. mit Geschenken.

24.12. Weihnachten

Das Weihnachtsfest wird in Bayern ganz unterschiedlich gefeiert. Je nach Familie, religiösem Hintergrund, oder verschiedenen Herkunftsländern gibt es ganz eigene Traditionen.

So bleibt der Nikolausabend für viele niederländische Familien wichtiger als Weihnachten. In Familien, die aus Osteuropa stammen, ist es oft üblich, vor dem Weihnachtsmahl und dem anschließenden Geschenkeauspacken zu fasten. In Familien mit französischer Weihnachtstradition gibt es die Geschenke erst am 25.Dezember. In griechischen Familien findet die Bescherung sogar erst am 31. Dezember zum Fest des heiligen Vassilius statt.

In dänischen Familien wird zu Heiligabend als Dessert oft Mandelmilchreis mit einer untergerührten Mandel gegessen. Die Person, die die Mandel in ihrer Portion entdeckt, bekommt ein kleines Geschenk, die Mandelgave. Und wie feiert ihr Weihnachten?

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