Öffentlichkeitsarbeit in der Migrationsgesellschaft

Hier findet ihr Materialien und Tipps für eure Öffentlichkeitsarbeit, um euch mit Webseite, Facebook, Flyer, Plakaten oder Newsletter auch aktiv an Jugendliche mit Migrationsbiografien wenden zu können.

Sprachsensible Öffentlichkeitsarbeit

Vereine, Verbände, Jugendzentren, Bildungseinrichtungen und Jugendorganisationen wenden sich aktiv an Jugendliche. Über Flyer, Webseiten, Facebook-Profile, Plakate, Newsletter oder Beschriftungen stellen sie Kontakt zu Interessierten her und informieren über das eigene Profil und die aktuellen Angebote. Eine sprachsensible Öffentlichkeitsarbeit denkt dabei Sprachenvielfalt und die unterschiedlichen Deutschkenntnisse der Jugendlichen mit und stellt sich darauf ein.

Webseiten zu leichter Sprache

Hinweise zu Kommunikation mit Text & Schrift:

So werden Sprache & Texte werden besser verständlich:

Beispiele
Einfache Wörter benutzen statt „genehmigen“: „erlauben“, statt „öffentlicher Nahverkehr“ : „Bus und S-Bahn“
International gängige Fremdwörter statt deutscher Entsprechungen statt „anfangen”: „starten“, statt „Wagen”: „Auto“
Umgangssprache vermeiden Statt „Kippen aufsammeln“, „Zigaretten aufsammeln“
Redewendungen vermeiden statt „Nimm die Beine in die Hand!“: „Mach schnell!“, statt „über den Tisch ziehen“: „betrügen“
Fachwörter vermeiden
Schwierige Wörter erklären der Bayerische Landtag ist das Parlament von Bayern
Abkürzungen ausschreiben statt „BJR“: „Bayrischer Jugendring“, statt:“d.h.“: „das heißt“
Immer das gleiche Wort für gleiche Dinge benutzen entweder „Tablette“ oder „Pille“, für einen Begriff entscheiden
Eher Verben statt Substantive benutzen statt „Bescheid geben“: „informieren“, statt „in Kauf nehmen“: „akzeptieren“.
Nebensätze vermeiden. Einfache Hauptsätze benutzen: Ein Satz eine Aussage! Lange Sätze in mehrere kurze auftrennen. statt „Wenn Sie mir sagen, was Sie wünschen, kann ich Ihnen helfen.“: „Ich kann Ihnen helfen. Bitte sagen Sie mir: Was wünschen Sie?“
Einfache Satzverknüpfungen nutzen statt „Aufgrund von…“ besser: „weil, deshalb, denn, …“
Aktive Wörter/Sätze statt passive statt „Morgen wird gewandert“: „Morgen gehen wir wandern“
Positive Formulierungen benutzen statt „Betül ist nicht krank“: „Betül ist gesund“
Verben statt Nominalisierungen statt „die Übernahme der Kosten“: „Die Kosten werden übernommen“
Ziffern statt Worten benutzen statt „fünf Personen“: „5 Personen“
Texte in einfacher, klarer Schriftart darstellen statt kursiven oder schnörkligen Schriften, lieber schlichte und klare Schriften, wie Arial, Verdana, Tahoma, etc. benutzen
Absätze, Überschriften und Aufzählungszeichen machen Texte übersichtlich und besser lesbar Texte werden besser lesbar durch:

•           Absätze

•           Überschriften

•           Aufzählungszeichen

Bilder helfen beim Verstehen  🙂

Mehrsprachige Öffentlichkeitsarbeit

Mehrsprachige Angebote verringern die Sprachbarriere für Menschen, deren Erstsprache nicht Deutsch ist. Außerdem signalisieren sie Offenheit und eine positive Grundhaltung gegenüber anderen Sprachen und ihren Sprecher*innen. Die Nachricht lautet: „Alle sind willkommen, wir denken euch und eure Sprachen mit.“ Diese Botschaft ist vielleicht noch wichtiger als die tatsächlichen Informationen, die in der Übersetzung transportiert werden. Auf Flyern und Webseiten reicht es für eine positive Konnotation oft schon, wenn das Wort „Willkommen“ in allen in diesem Zusammenhang relevanten Sprachen und Schriften zu lesen ist.

Ein Text auf der Webseite oder im Facebook-Profil, der das Jugendzentrum oder den Verein vorstellt, kann ebenfalls mit einem einmaligen Aufwand in einer Kurzversion ins Englische und in weitere relevante Sprachen übersetzt werden. Darüber hinaus kann es sinnvoll sein, Schlüsselinformationen auf Flyern oder Plakaten in verschiedene Sprachen zu übersetzten.

Tipps für Übersetzungen
→ Gibt es unter den Jugendlichen, im Netzwerk oder Freundeskreis jemand, der oder die übersetzen oder eine Übersetzung prüfen kann?
→ Im Internet findet man (kostenpflichtige) Übersetzungsdienste und Sprachmittlerplattformen für die Übersetzung ganzer Texte.
→ Online-Wörterbücher und -Übersetzer haben unterschiedliche Qualitäten, unbedingt vergleichen, z. B.:

Symbole und Icons

Kostenlose Software zum Erstellen von Ikons:

Ikons zum kostenlosen Download:

Vielfaltsbilder

Kostenfreie und lizensfreie Bilder

Käufliche Bilder (verschiedene Lizentypen)

Günstige Vielfaltsbilder (nur für die Jugendarbeit)

Urheberrecht

CC-Lizenzen (Creative Commons)

Merke: Eine Namensnennung im Sinne des Urheberrechts ist immer gut! (auch wenn sie bei CCO Lizenzen nicht zwingend nötig ist)

Beispiel Namensnennung:

  • Internet: Foto: @jeremybishop und die Datenbank z.B. unsplash.com
  • Print: Foto: Jeremy Bishop/unsplash.com

CC0 – Verwendung kostenloser lizenzfreier Bilder ohne Einschränkungen

Die CC0-Lizenz ist das Beste, was einem passieren kann. Bilder mit dieser Lizenz dürfen beliebig kopiert und verändert werden, ohne den Urheber nennen oder um Erlaubnis fragen zu müssen. Die sogenannten gemeinfreien Bilder dürfen kommerziell verwendet werden.

Onlinebilddatenbanken z.B. unsplashpixabay und pexels versammeln fast ausschließlich Bilder mit CC0-Lizenzen.

  • freie kommerzielle Nutzung
  • freie Bearbeitung
  • kein Bildnachweis nötig

https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de

 CC BY – Kostenlose Bilder für kommerzielle Zwecke

Bilder unter dieser Lizenz dürfen kommerziell verwendet und frei bearbeitet werden. Einzige Voraussetzung ist, dass Urheber und Lizenz genannt und verlinkt werden sowie ein Hinweis auf eventuell vorgenommene Änderungen am Material beigefügt wird.

  • freie kommerzielle Nutzung
  • freie Bearbeitung
  • Bildnachweis nötig

 https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/

CC BY-NC – Kostenlose Bilder für nicht-kommerzielle Zwecke (NC Non Commercial)

Für Bilder mit dieser Lizenz ist keine kommerzielle Nutzung erlaubt!

  • keine kommerzielle Nutzung
  • freie Bearbeitung
  • Bildnachweis nötig

https://creativecommons.org/licenses/by-nc/3.0/de/

Materialien

Das neue Wir. Praxishilfe für Jugendarbeit in der Migrationsgesellschaft

Die Handreichung bietet pädagogische und methodische Tipps für den Umgang mit kultureller, sprachlicher und religiöser Vielfalt in Jugendgruppen. Darin auch viele Hinweise zur Öffentlichkeitsarbeit (siehe z.B. Kapitel „Spachliche Vielfalt“). DAS NEUE WIR. Praxishilfe für Jugendarbeit in der Migrationsgesellschaft, herausgegeben vom Bayrischen Jugendring 2020.

Leitfaden Öffentlichkeitsarbeit in der Migrationsgesellschaft

Kurze knackige Zusammenfassung wichtiger Aspekte einer zeitgemäßen Öffentlichkeitsarbeit.

Dokumentation Online-Impuls

Powerpointpräsentation vom 20.10.2020

Migrationsgesellschaftliche Organisationsentwicklung

  • 2018: Vielfalt intersektional verstehen. Ein Wegweiser für diversitätsorientierte Organisationsentwicklung. Herausgegeben von i-Päd Intersektionale Pädagogik Download
  • 2019: Herausforderungen und Chancen für die rassismus­kritische Öffnung der Jugend(verbands)arbeit und Organisationsentwicklung in der Migrations­gesellschaft. Sebastian Seng/Nora Warrach (Hrsg.) Download
  • 2018: Potential Vielfalt – Arbeitshilfe zur Interkulturellen Öffnung der Jugendarbeit in Bayern. Herausgegeben vom Bayrischen Jugendring shop.bjr.de
  • 2017: Diversitätsorientierte Organisationsentwicklung. Grundsätze und Qualitätskriterien. Herausgegeben vom RAA-Berlin e.V. raa-berlin.de/service/publikationen
  • 2018: Vielfalt intersektional verstehen. Ein Wegweiser für diversitätsorientierte Organisationsentwicklung, Tuğba Tanyılmaz/Edwin Greve: https://www.deutsch-plus.de/wir-beraten/zum-thema-vielfalt

Weitere Tipps

Hinweise, um Mädchen mit Migrationsbiografien in die Jugendarbeit einzubinden erhaltet ihr hier: https://www.jugend-unterfranken.de/migration/maedchen